Die Verpackung eines Produkts spielt bei fast allen Kaufentscheidungen der Verbraucher eine Rolle. Im Jahr 2016 wurde der Verpackungsmarkt auf über 221 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Großteil der Verpackungen war für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie bestimmt, und mehr als 75 % dieser Verpackungen bestanden aus Kunststoff [5]. Heutzutage sind sich die Verbraucher der mangelnden Nachhaltigkeit von Kunststoffen bewusst, die auf deren hohe Produktionskosten, ihre sehr langsame Zersetzung und die Schwierigkeiten beim Recycling zurückzuführen sind. Obwohl Kunststoff für Verpackungen nach wie vor weit verbreitet ist, geht sein Verbrauch langsam zurück. Dies lässt sich zum einen auf das wachsende Bewusstsein der Öffentlichkeit für die mit Kunststoff verbundenen Risiken und zum anderen auf die zunehmende Beliebtheit nachhaltiger Verpackungen zurückführen.
Die Definition einer nachhaltigen Verpackung erweist sich als recht schwierig, da dabei eine Vielzahl von Bereichen berücksichtigt werden muss. Die „Coalition for Sustainable Packaging“ definiert nachhaltige Verpackung unter Berücksichtigung der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Verpackung. Um sozial nachhaltig zu sein, muss eine Verpackung während ihres gesamten Lebenszyklus für Einzelpersonen und Gemeinschaften vorteilhaft und sicher sein. In wirtschaftlicher Hinsicht muss die Verpackung hinsichtlich Leistung und Kosten den Marktanforderungen entsprechen. Um schließlich die ökologischen Kriterien zu erfüllen, muss der gesamte Lebenszyklus einer Verpackung durch erneuerbare Energien gestützt werden, unter optimaler Verwendung von recycelbaren/erneuerbaren Materialien hergestellt werden, so konzipiert sein, dass der Material- und Energiebedarf minimiert wird, unter Anwendung empfohlener Verfahren produziert werden und zudem in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt werden [1,2]. Diese Definition ist bewusst weit gefasst, fasst jedoch die notwendigen Informationen in diesen verschiedenen sozioökonomischen Bereichen perfekt zusammen.
Im Allgemeinen erfüllen Kunststoffe die oben definierten Kriterien aus mehreren Gründen nicht. Andere Materialien sind wesentlich nachhaltiger. Die meisten Metallverpackungen können nachhaltig hergestellt werden, da sie leicht recycelbar bzw. wiederverwendbar sind und eine sehr lange Lebensdauer haben. Auch Papier kann zur Herstellung nachhaltiger Verpackungen verwendet werden. Es lässt sich ebenfalls leicht wiederverwenden und ist vielseitig einsetzbar. Metall und Papier sind die beiden wichtigsten Materialien auf dem Markt für nachhaltige Werkstoffe [1,7].
In den letzten Jahren haben die Verbraucher begonnen, sich der sozioökonomischen Vorteile nachhaltiger Verpackungen bewusst zu werden. Die Öffentlichkeit ist sich des Klimawandels und der Umweltzerstörung zunehmend bewusst und zeigt nun ein wachsendes Interesse am Umweltschutz. Dies hat Unternehmen dazu veranlasst, ihre Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Forscher haben anhand der Daten der letzten Jahre eine jährliche Wachstumsrate von 6,2 % für den Markt für nachhaltige Verpackungen zwischen 2014 und 2021 prognostiziert [3]. Dieses Wachstum wird durch den Wunsch der Verbraucher angetrieben, nachhaltige Verpackungen zu kaufen, die oft teurer sind als nicht nachhaltige Alternativen. Dieser Trend zeigt, dass sich die Verbraucher vom klassischen Modell entfernen, bei dem sie in erster Linie nach der günstigsten Option suchen [4].
Es lässt sich bereits feststellen, dass eine Vielzahl nachhaltiger Verpackungsformen auf den Markt gekommen ist. Als Beispiele seien hier Pfandflaschen aus Metall und biologisch abbaubare Lebensmittelverpackungen genannt. Gleichzeitig haben wir auch einen Anstieg bei Verpackungen aus Weißblech und Aluminium festgestellt, und für den Markt für Aluminiumverpackungen wird bis 2023 ein Wachstum von 20 % erwartet. Metallverpackungen sind in der Tat nachhaltig, wenn sie richtig gehandhabt werden [3,4].
Neben den gängigen Materialien für nachhaltige Verpackungen lassen sich zunehmend auch andere Produkte auf dem Markt beobachten. Biologisch abbaubare natürliche Polymere und Beschichtungen finden zunehmend Anwendung bei verderblichen Produkten. Diese Beschichtungen basieren auf organischen, oft essbaren Materialien. Als Beispiel sei hier die sogenannte Scoby-Membran genannt, die aus Bakterien und Hefe hergestellt wird. Dieses Polymer entsteht zunächst durch Fermentation und wird anschließend einige Wochen lang ruhen gelassen, damit es wachsen kann, indem es sich von landwirtschaftlichen Abfällen ernährt. Danach bildet es eine dünne Membran, die den Kontakt zwischen Sauerstoff und den leicht verderblichen Produkten verhindert [6]. Dies ist nur ein Beispiel für biologisch abbaubare Polymere, die als Ersatz für Kunststoff entwickelt wurden.
Der Wunsch der Verbraucher nach nachhaltigen Verpackungen lässt sich nicht ignorieren. Der Anteil an Metall, Papier und biologisch abbaubaren Polymeren ist in den letzten Jahren im Vergleich zu Kunststoff stetig gestiegen. Viele Unternehmen versuchen, diesem Interesse der Verbraucher gerecht zu werden, und es wird ein Boom auf dem Markt für nachhaltig hergestellte Verpackungen prognostiziert. Das sind gute Nachrichten für die Umwelt und bieten gleichzeitig neue Chancen für Hersteller von verpackten Produkten.
Erfahren Sie mehr über biologisch abbaubare und nachhaltige Verpackungen.
Quellenangaben
[1] „Nachhaltige Verpackungen: Wie definieren und messen wir sie ? (2005)“, von Kees Sonneveld.
[2] „Definition of Sustainable Packaging (2011)“, von Kees Sonneveld.
[3] „Gesellschaftliche Faktoren, die die Verpackungsgestaltung beeinflussen.“ Packaging Technology and Research (2016), von Claire Koelsch Sand.
[4] „The Social Component of Sustainable Packaging (2009)“, von Renee Wever und Erik Tempelman.
[5] „Statistiken zu Verpackungsabfällen“ (abgerufen im Januar 2019), von Eurostat.
[6] „Roza Janusz baut essbare Lebensmittelverpackungen an (2018)“, von Gunseli Yalcinkaya.
[7] „Umweltinnovation bei Industrieverpackungen: ein Lieferkettenansatz (2007)“, von K. Verghese & H. Lewis.






